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Die
bipolare (manisch-depressive)
Erkrankung:
Jeder
Mensch kennt es: Schwankungen
der Gefühle. Manchmal
ist die Stimmung gut, manchmal
eher schlecht. Das ist normal.
Menschen mit bipolaren Störungen
– früher manisch-depressive
Krankheit genannt – leben
jedoch mit weitaus ausgeprägteren,
extremen Emotionen. Zwischen
Manie („himmelhoch jauchzend“)
und Depression („zu Tode
betrübt“) ist ohne Behandlung
ein geregeltes Leben kaum
möglich. Die bipolare Störung
ist also eine ernste Stimmungs-
und Antriebskrankheit des
Nervensystems,
die Ärzte schon mehr
als 2000 Jahre beschäftigen,
deren Erforschung aber immer
noch in den Kinderschuhen
steckt. Viele Betroffene
wissen nicht um ihre Krankheit
und finden nicht den Weg
zu einem Facharzt, der eine
rechtzeitige Diagnose und
Therapie durchführen könnte.
Bipolare Erkrankungen brauchen
mehr Öffentlichkeit
Typische
Symptome einer
Manie:
gehobene
oder gereizte Stimmung,
Rededrang und
Gedankenrasen, gesteigerte
Aktivität, Ruhelosigkeit,
vermindertes Schlafbedürfnis,
Verlust von sozialen Hemmungen,
Taktlosigkeit, Größenideen,
Kaufrausch, Realitätsverlust.
einer
Depression:
Schwermut,
gedrückte Stimmung, Pessimismus,
verminderter Antrieb, gesteigerte
Ermüdbarkeit, Gefühl der
Gefühllosigkeit, Verlust
des Selbstvertrauens, Schuldgefühle,
Grübeln, Freud- und Interesselosigkeit,
verminderte Denk- und Konzentrationsfähigkeit,
Suizidgedanken
Fakten
Bipolare
Störungen sind häufig:
Schätzungsweise
5 %, mindestens aber zwei
Mio. Menschen sind in Deutschland
betroffen.
Bipolare
Erkrankungen haben sozioökonomische
Auswirkungen:
Sie
gehören laut WHO zu den
10 häufigsten Erkrankungen,
die zu bleibenden Behinderungen
führen. Beispiels- weise
beziehen bipolar erkrankte
Patienten deutlich früher
als der Bevölkerungsdurchschnitt,
im Mittel mit 45 Jahren,
eine Erwerbsunfähigkeitsrente.
Bipolare
Störungen haben einen gravierenden
Einfluss auf das Leben:
Etwa 25 – 50 % der
Betroffenen unter- nehmen
mindestens einen Selbstmordversuch.
Nach Studien war die Suizidrate
bei bipolar Erkrankten etwa
23-mal höher als im Bevölkerungsdurchschnitt.
Die Lebenserwartung Betroffener
ist um etwa neun Jahre verkürzt.
Bipolare
Störungen werden in Deutschland
unverändert unterdiagnostiziert:
Schätzungsweise
wird bei weniger als
50
% der Betroffenen je eine
korrekte Diagnose gestellt.
Bipolare Störungen
werden zu spät diagnostiziert: Im Schnitt vergehen 10 Jahre zwischen erster Krankheitsepisode, korrekter
Diagnose und Beginn einer
adäquaten Therapie
Warum
eine bipolare Selbsthilfegruppe?
Durch
Manie oder Depression erlebt
der Betroffene und sein
soziales Umfeld starke Krisen.
Der Verlust des Arbeitsplatzes
oder des Partners wird häufig
ausgelöst. Menschen, die
selbst eine Krise überwunden
haben, können sich stärker
einfühlen als professionelle
Helfer und damit eine andere
Art von Unterstützung geben.
Die Selbsthilfegruppe versteht
sich als Ergänzung zu Ärzten,
Psychologen und Sozialarbeitern.
Selbsthilfe bedeutet, Verantwortung
für sich und andere zu übernehmen,
um mehr Stabilität und Lebensqualität
zu gewinnen.
Für
wen ist die Gruppe interessant?
Die
Selbsthilfegruppe ist bestimmt
für Menschen – gleich welchen
Alters - aus Witten und
Umgebung, die unter einer
bipolaren Störung leiden.
Auch Angehörige sind willkommen.
Die Gruppe arbeitet völlig
unabhängig. Es gibt keinerlei
weltanschauliche oder kommerzielle
Bindungen.
Wie laufen die Gruppentreffen ab?
Aus
der Gruppe heraus soll eine
vertrauensvolle und entspannte
Atmosphäre entstehen. Die
Treffen beginnen und enden
mit einer Blitzlichtrunde,
in der jeder sagen kann,
wie es ihm gerade geht.
Bei Bedarf können wir uns
dann über aktuelle Probleme
unterhalten und dabei gegenseitig
unterstützen. Wenn möglich,
sprechen wir über ein bestimmtes
Thema, für das gerade Interesse
besteht. An bestimmten Abenden
sind getrennte Diskussionen
für den Betroffenen- und
Angehörigenkreis vorgesehen.
Worüber sprechen wir?
Typische
Themen sind:
Probleme
mit Partnern, Kindern, Eltern,
Freunden und Arbeitskollegen
Erfahrungen
mit Ärzten und Psychologen
Schwierigkeiten
mit Ämtern oder der Krankenkasse,
Bewältigung finanzieller
Probleme
Wie
verhindere ich eine Manie
oder Depression?
Da
oft sehr persönliche Dinge
besprochen werden, besteht
absolute Schweigepflicht
nach außen. Wir machen keine
Psychopharmaka- oder Therapieberatung.
Ziele der Selbsthilfegruppe
Menschen
in und nach Krisen zu unterstützen
Heraus
aus der Isolation – Keiner
ist alleine krank
Austausch
mit anderen Betroffenen
und Angehörigen
Wissen
über die bipolare Erkrankung
zu vermitteln – auch durch
die Einladung von Experten
Lernen,
die Krankheit zu akzeptieren
Hilfen
zu geben, um Frühwarnzeichen
zu erkennen
Vertretung
unserer Interessen nach
außen
Gemeinschaftsgefühl
zu schaffen, auch durch
gemeinsame Aktivitäten
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